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Allgemeine Pflege-Nachrichten

Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP)

Neue Materialien eingestellt

 

10.04.19 Auf der Homepage des ZQP wurden verschiedene Angebote an Personalverantwortliche und Pflegekräfte eingestellt, welche eine Hilfestellung bieten sollen, das Pflegepersonal für die Rechte und Bedürfnisse der Pflegebedürftigen zu sensibilisieren.

 

Hintergrund der Veröffentlichung ist zwar der Geist der Pflege-Charta, aber die Themen und die Zielsetzung der Materialien dienen auch der Weiterbildung im Sinne des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs.

 

Alle Materialien (kurze Videos ("Erklär-Filme"), Präsentationsfolien sowie Arbeitsblätter für Pflegekräfte) finden Sie unter diesem Link.

Tarifdiskussion

Paritätischer für die Gründung eines Arbeitgeberverbandes Pflege

 

01.04.19 Der Paritätische Wohlfahrtsverband Gesamtverband hat sich für die Unterstützung der Initiative von Arbeitsminister Hubertus Heil ausgesprochen, einen Arbeitgeberverband Pflege zu gründen, um letztlich zu einem allgemeinverbindlichen Tarifvertrag in der Pflegebranche zu gelangen.

 

In der Erklärung des 31-köpfigen Verbandsrates, der diesen Beschluss am letzten Freitag einstimmig fasste, heißt es: „Der Paritätische Gesamtverband sieht in der Gründung des Arbeitgeberverbandes eine Option, um zu guten und verlässlichen Arbeitsbedingungen in der Pflege zu gelangen. Der Gesamtverband wird sich konstruktiv in die Konstituierung und Ausgestaltung des Arbeitgeberverbandes einbringen.“  

 

Der Verband weist zugleich darauf hin, dass die Refinanzierung aller ausgehandelten Tarifverträge und Arbeitsrechtsregelungen sicherzustellen sei. Notwendige bessere Entgelte für die in der Pflege Beschäftigten dürften nicht zu Lasten der Pflegebedürftigen gehen, die heute bereits von den Zuzahlungen vielfach überfordert seien. Bessere Bezahlung und bessere Leistungen in der Pflegeversicherung müssten Hand in Hand gehen. Der Verband fordert eine gesetzliche Regelung, wonach die Pflegekassen grundsätzlich 85 Prozent der Pflegekosten zu übernehmen haben und der Eigenanteil der Pflegekosten nicht mehr als 15 Prozent betragen darf.

 

Der Verbandsrat des Paritätischen Gesamtverbandes ist das höchste Gremium des Verbandes zwischen seinen Mitgliederversammlungen und setzt sich aus den Vorsitzenden aller Landesverbände und Vertretern großer Mitgliedsorganisationen auf Bundesebene wie dem Arbeiter-Samariter-Bund, dem Deutschen Kinderschutzbund oder der vornehmlich in Ostdeutschland tätigen Volkssolidarität zusammen.

 

Der PARITÄISCHE Rheinland-Pfalz präferiert regionale Lösungen und weist darauf hin, dass eine eventuelle Gründung eines Arbeitgeberverbandes auf der Bundesebene regionale Aktivitäten nicht negativ beeinflussen sollte.

Bundesagentur für Arbeit - Berufliche Weiterbildung

Unterstützungs- und Dienstleistungsangebote

 

14.03.19 Im Rahmen des „Pflegepaktes Saarland“ informierten Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit (BA) über die aktuellen Fördervoraussetzungen/-möglichkeiten speziell auch für Altenpfleger/in und Altenpflegehelfer/-in.

 

Eine Übersicht mit Kontaktadressen befindet sich in den unten eingestellten Materialien.

 

>> Grafische Darstellung „Unterstützungs- und Dienstleistungsangebote der Bundesagentur für Arbeit | Berufliche Weiterbildung“ | Hrg. Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion RPS (PDF)

 

>> Zusammenfassende Darstellung zum Thema „Ausbildung und Fördermöglichkeiten“ | Hrg. Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion RPS (PDF)

 

>> Rahmenbedingungen für Integrationskurse – Kurzfassung | Hrg. Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Regionalstelle Lebach (PDF)

Petition der Arbeiterwohlfahrt

Eigenanteile in der stationären Pflege begrenzen

 

25.02.19 Die AWO hat beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages die Petition: Eigenanteil bei stationärer Pflege begrenzen! eingebracht. Die Kostensteigerungen der letzten Jahre sowie die absehbaren Kostensteigerungen durch Qualitätsverbesserungen haben nach Ansicht der AWO dazu geführt, dass die "Schmerzgrenze überschritten" sei.

 

„Ziel dieser Petition ist es, für die versicherten Leistungsbeziehenden der Pflegeversicherung einen gesetzlich definierten Höchstbetrag für die Eigenanteile zu erstreiten. Dieser muss auch über die Dauer der Pflege verlässlich abgesichert sein..." so Brigiite Döcker von de AWO.

 

Der PARITÄTISCHE erklärt dazu, dass die Petition durch die Beschränkung auf den stationären Bereich etwas kurz greife, spricht sich aber für eine Unterstützung durch seine Mitgliedsorganisationen aus, da die Petion grundsätzlich "in die richtige Richtung" gehe.

 

Es sind nunmehr 50.000 Unterschriften notwendig, dass die Petion im Petionsausschuss des Deutschen Bundestages

 

>> AWO Presserklärung vom 14.02.2019 (Link)

 

>> Mitzeichnen der Petition 90744

Bertelsmann Stiftung

Ausgaben für Altenpflege werden bis 2045 weiter steigen

 

17.01.19 Der Anteil pflegebedürftiger Menschen wird aufgrund der Alterung der Gesamtbevölkerung in den nächsten Jahrzehnten deutlich zunehmen. Wenn sich an den finanziellen Rahmenbedingungen nichts ändert, wird der Beitrag zur Pflegeversicherung deutlich stiegen. Dies besagt eine aktuelle Studie der Bertelsmannstiftung.

 

Die Prognose zeigt, dass die Ausgaben ab 2025 aufgrund des demografischen Wandels weiter wachsen, ohne dass sich die Einnahmen entsprechend entwickeln. Ändert sich rechtlich nichts an der Finanzierung der Pflege, müsste der Beitragssatz zur Sozialen Pflegeversicherung bis zum Jahr 2045 von derzeit 3,05 auf 4,25 Prozent klettern. Das wären für ein heutiges Durchschnittseinkommen fast 550 Euro mehr im Jahr.

 

>> Studie Perspektive Pflege - Finanzentwicklung der Sozialen Pflegeversicherung | Januar 2019 | Hrg. Bertelsmann Stiftung (PDF)

„Gemeindeschwester plus“ Rheinland-Pfalz

Land stellt Mittel zur Weiterfinanzierung in Haushalt ein

 

14.01.19 Die Landesregierung möchte das für nicht pflegebedürftige hochaltrige Menschen wichtige Angebot auch nach der Modellerprobung sicherstellen und hat dazu im Doppelhaushalt 2019/2020 Mittel eingestellt.

 

Das Land sieht aber auch die Kassen und Kommunen in der Verantwortung, die Beratung und das Kümmern durch die Gemeindeschwesternplus dauerhaft vorzuhalten und nach und nach in allen rheinland-pfälzischen Kommunen zu ermöglichen.

 

Derzeit werden die Voraussetzungen für eine Mitfinanzierung der Krankenkassen gemeinsam mit diesen geprüft. Entsprechende Gespräche mit den Kommunen werden sich anschließen. Zusätzlich soll allen rheinland-pfälzischen Kommunen eine Handlungsempfehlung aus dem Modellverfahren an die Hand gegeben werden, in dem die Erfahrungen und auch die Bedingungen für ein solches Angebot näher erläutert sind.

 

Die bereits in der Modellphase beteiligten Kommunen beschäftigen ihre Gemeindeschwesternplus auch 2019/2020 ihre Gemeindeschwesternplus mit dem Ziel, ihre hochbetagten Bürgerinnen und Bürger in ihrer jeweiligen persönlichen Lebenssituation zu stärken und zu stabilisieren. Dabei geht es auch darum den Eintritt von Pflegebedürftigkeit so lange wie möglich zu vermeiden.

 

>> Webseite Gemeindeschwesterplus – Rheinland-Pfalz (Link)

Tarifentwicklung

PARITÄTISCHER veröffentlicht AVB / AVB II

 

21.12.18 Der PARITÄTISCHE Gesamtverband hat seine Arbeitsvertragsbedingungen (AVB) Stand Januar 2019 veröffentlich. Neben der Fortschreibung des bisherigen AVB, gibt es eine stark überarbeitete Version, den AVB II.

 

>> Arbeitsvertragsbedingungen / Lohntabellen AVB / AVB II (Link)

Pflegestatistik

Bundesamt veröffentlicht neue Zahlen

 

20.12.18 Im Dezember 2017 waren in Deutschland 3,41 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, hatte die Zahl der Pflegebedürftigen im Dezember 2015 bei 2,86 Millionen gelegen. Die starke Zunahme um 0,55 Millionen Pflegebedürftige (+19 %) ist allerdings zum großen Teil auf die Einführung des neuen, weiter gefassten Pflegebedürftigkeitsbegriffs ab dem 01.01.2017 zurückzuführen.

 

Seitdem werden mehr Menschen als pflegebedürftig eingestuft, als vor der Umstellung. 

 

Weitere Ergebnisse der zweijährlichen Statistik – insbesondere auch zu Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten einschließlich des Personals – stehen in der Publikation "Pflegestatistik 2017 – Deutschlandergebnisse" sowie in den Tabellen zur Pflegestatistik (224) in der Datenbank GENESIS-Online (zum Beispiel Pflegebedürftige nach Art der Versorgung und Altersgruppen in 22400-0001) zur Verfügung.

Studien

Ambulantisierung und innovative Wohnformen

 

22.11.18 Die Studie „Ambulantisierung stationärer Einrichtungen und innovative ambulante Wohnformen. Endbericht“ im Auftrag des BMG wurde vor kurzem veröffentlicht.

Es wird bundesweit ein Trend zur ambulanten Pflege bei gleichzeitiger Stagnation des stationären Sektors festgestellt.

 

Die Zahl der teilstationären Einrichtungen und Plätze steigt deutlich an. In Deutschland sind 3.891 ambulant betreute Wohngemeinschaften 2017 erfasst. Dabei variiert die Zahl in Bezug auf die Bundesländer erheblich.

 

13,5 % der ambulanten Pflegedienste planen eine Ausweitung ihres Angebotes in ambulant  betreuten Wohngemeinschaften, 10,2 % planen einen Ausbau des Angebotes im Bereich der Tagespflege.

 

Betreiber von teilstationären und stationären Pflegeeinrichtungen bieten häufiger betreutes Wohnen (22,2 %) als betreute Wohngemeinschaften (3,3 %) an und planen im Bereich des betreuten Wohnens auch einen stärkeren Ausbau.

 

Insgesamt zeigen sich unter Berücksichtigung des Ordnungs- und des Leistungsrechts deutliche  Anreize zur Leistungserbringung in ambulant betreuten Wohnformen an Stelle der vollstationären Langzeitpflege. Dies resultiert nicht allein aus der möglichen Kombination mehrerer  Leistungsarten des SGB XI, sondern auch aus der Möglichkeit, Leistungen der häuslichen Krankenpflege nach § 37 SGB V abzurechnen, was in der vollstationären Pflege nur sehr eingeschränkt und unter besonderen Bedingungen möglich ist. Die ordnungsrechtliche Einstufung als ambulant betreute Wohnform kann auf Grund einer deutlich geringeren Regulierungsdichte zu geringeren notwendigen Aufwendungen oder größerer Flexibilität in Bezug auf den Personaleinsatz führen als eine Einstufung als stationäre Einrichtung.

 

>> Studie Ambulantisierung stationärer Einrichtungen und innovative ambulante Wohnformen. Endbericht | Autoren: Rothgang, H; Wolf‐Ostermann, K; Schmid, A; Domhoff, D; Müller, R; Schmidt, A; (2017) im Auftrag des BMG (PDF)

Demenznetzwerk

Lokale Allianzen sollen unterstützt werden

 

18.11.18 Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat die neue Netzwerkstelle „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ offiziell vorgestellt.

Die Netzwerkstelle, die bei der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) angesiedelt ist, ist die neue Ansprechpartnerin für bundesweit mehrere hundert lokale Projekte.

 

Die neue Netzwerkstelle soll die Lokalen Allianzen in ihrer Weiterarbeit unterstützen. Dazu bietet sie überregionalen Erfahrungsaustausch, fachliche Impulse und bundesweite Vernetzung. Die Netzwerkstelle stellt auch praktische Arbeitshilfen zur Verfügung und trägt mit Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit zur weiteren Sensibilisierung beim Thema Demenz bei.

 

>> Mehr auf der Internetseite der BAGSO (Link)

Wissenschaftliche Untersuchung

Pflegegrade bilden Personalbedarf nicht adäquat ab

 

28.10.18 Das im Jahr 2016 an der Hochschule Vallendar (PTHV) gestartete Projekt "Pflege in Baden-Württemberg. Entwicklung struktur- und prozessorientierter Qualitätsindikatoren in der Langzeit-Pflege in Baden-Württemberg" (PiBaWü) wurde nun zusammen mit der Hochschule Esslingen erfolgreich abgeschlossen.

Ein zentrales Ergebnis der Studie zeigt, dass die Pflegestufen und übergeleiteten Pflegegrade die erfasste Pflege- und Betreuungszeit nur zu 21 Prozent erklären können.

Ein ähnliche Untersuchung 2013 im Saarland (PiSaar) kam zu dem Ergebnis, dass die Pflegestufen nur 29% des Gesamtzeitaufwandes für die Pflege erklären.

Vor diesem Hintergrund fordert die Saarländische Pflegegesellschaft in den aktuell stattfindenden Rahmenvertragsverhandlungen gem. § 75 SGB XI für die stationäre Pflege, Personalanhaltszahlen mit einer deutlich niedrigen Spreizung als bislang bundesweit üblich.

 

>> Zur Pressemeldung der Hochschule Vallendar (Link)

 

>> Zur Abschlussbericht Studie Pflegebedarf im Saarland - PiSaar 2013 (PDF)

Bündnis für gute Pflege

Ambulante Pflege nicht gefährden – Refinanzierung tariflicher Bezahlung im SGB V sicherstellen

 

17.09.18 Das Bündnis für gute Pflege, dem auch der PARITÄTISCHE angehört, befürchtet eine Verschärfung des Pflegekräftemangels im Bereich der ambulanten Pflege. Aufgrund der geplanten verbesserten Refinanzierung der Pflege im Krankenhausbereich wird eine „Sogwirkung“ befürchtet, von dem vor allen die ambulanten Pflegedienste betroffen sein würden.

 

Die Rahmenbedingungen der ambulanten Pflege müssten deutlich verbessert werden, insbesondere die Anerkennung tariflicher Vergütung im Bereich der Häuslichen Krankenpflege gem. § 132a SGB V.

 

Dies geht aus einem Schreiben des Bündnisses für gute Pflege vom 27.08.2018 an Prof. Dr. Lautenbach und Dr. Nüßlein (SPD Bundestagsfraktion) hervor.

Bekanntmachung des Bundesministeriums für Gesundheit

Projektförderung – Bewegung und Bewegungsförderung

 

28.06.18 Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat auf die Öffentliche Bekanntmachung zur Förderung von Projekten zur Bewegungsförderung hingewiesen. Projektvorhaben können bis 03.09.2018 eingereicht werden.

 

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) plant die Förderung von Projekten, die vor dem Hintergrund von Bewegungsempfehlungen das Potenzial von Bewegung in der gesamten Bevölkerung bekannt machen und so Grundlagen schaffen sollen, um Menschen zu mehr Bewegung zu motivieren und allgemein Bewegung zu fördern.

 

>> Weitere Informationen zur Ausschreibung und Vergabe (Link)

Positionspapier des Pflegebeauftragten der Bundesregierung

Pflegefachkräfte (zurück) gewinnen  

 

18.06.18 Mit einem 5 Punkte Plan möchte der Pflegebevollmächtigte Westerfellhaus Fachkräfte gewinnen. Dazu zählen u.a. Prämien sowie weniger Arbeit bei vollem Lohn. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Punkte:

  • Prämie für Rückkehrer und Aufstocker
  • 80 Prozent Arbeit bei 100 Prozent Lohn (80:20 Modell)
  • Bonus für gute Arbeitgeber
  • Mehr Verantwortung durch Heilkundeübertragung
  • Kostenanteile der Pflegeeinrichtung an neue Ausbildung senken

Die zusätzlich entstehenden Kosten „sollten nicht einseitig durch die Pflegebedürftigen getragen, sondern auf möglichst breite Schultern verteilt werden“ so Westerfellhaus in dem Positionspapier. Weiterhin spricht er sich für flächendeckende Tarifverträge aus.

 

>> Positionspapier „Mehr PflegeKRAFT“ – 5 Vorschläge für eine gute und verlässliche Pflege | Juni 2018 | Hrg. Pflegebeauftragter der Bundesregierung (PDF)

 

>> Internetseite des Pflegebeauftragten (Link)

SWR-Umfrage

Mehrheit der Deutschen unzufrieden mit Pflegepolitik

 

13.06.18 Eine im Auftrag des Südwestrundfunks (SWR) von Infratest dimap durchgeführte bundesweite Befragung unter 1.000 Bürgerinnen und Bürgern ergab, dass 46 Prozent der Befragten der Meinung sind, die Politik tue zu wenig für die Verbesserung der Altenpflege.

 

37 Prozent meinten sogar, die Politik tue sehr wenig, um die Pflegesituation zu verbessern. Auch die Pflege im Heim hat kein gutes Image bei den Menschen in Deutschland: 80 Prozent der Befragten haben wenig oder gar kein Vertrauen in die Pflegekompetenz von Heimen. Allerdings wären 78 Prozent der Befragten bereit, mehr in die Pflegeversicherung zu bezahlen, wenn sich die Pflegleistung verbessern würde.

 

Zu der aktuellen Umfrage zum Thema Pflege, die der Südwestrundfunk (SWR) bei Infratest dimap in Auftrag gegeben hat erklärt Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands:

 

"Wenn sich nicht einmal die Hälfte für den Fall der Pflegebedürftigkeit abgesichert fühlt und die ganz überwiegende Mehrheit den Eindruck hat, die Politik tut zu wenig auf diesem Feld, so ist das aus fachlicher Sicht eine völlig realistische Einschätzung. Wenn aber zugleich eine riesige Bereitschaft besteht, höhere Beiträge für die Pflegeversicherung zu zahlen, um eine spürbare Verbesserung der Pflegesituation in Deutschland zu erzielen, so ist das eine Steilvorlage für die Bundesregierung, die sie nicht verstolpern sollte. Fast jeder zweite Bewohner eines Pflegeheimes ist mittlerweile auf Sozialhilfe angewiesen. In Deutschland fehlen mittelfristig 100.000 Pflegekräfte. Es fehlt an beidem: Sozialer Absicherung im Pflegefall und genügend Personal, das eine hohe Pflegequalität gewährleisten kann. Es bedarf einer Doppelstrategie: Die Verbesserung der Pflegesituation darf nicht über eine weitere Verarmung der Pflegebedürftigen erkauft werden. Es müssen mehr öffentliche Mittel ins System und die Beiträge sind so zu erhöhen, dass die Zuwendungen der Pflegekassen mindestens 85 Prozent der Pflegekosten decken."

 

>> Presseerklärung des SWR vom 11.06.2018 (Link)

 

>> Grafiken zur Umfrage (PDF)

 

>> Tabellen zur Umfrage (PDF)

Pflege-Thermometer 2018 veröffentlicht

Studie untersucht Situation in der stationären Pflege

 

08.06.18 Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP) in Köln hat mit dem Pflege-Thermometer 2018 die Ergebnisse der bundesweiten repräsentativen Befragung von Leitungskräften in der teil-/vollstationären Pflege veröffentlicht.

 

Nach Feststellung des DIP sind aktuell sind rund 17.000 Stellen im Pflegebereich in den Einrichtungen nicht besetzt. Zur Deckung würden rund 25.000 zusätzliche Personen benötigt, da vielfach in Teilzeit gearbeitet wird. „Die Personalengpässe führen zu Wartelisten und zu Absagen bei Betreuungsanfragen in den Einrichtungen. In mehr als jedem fünften Betrieb erfolgte aufgrund des Personalmangels in den vergangenen drei Monaten ein zeitweiliger Aufnahmestopp“, so Prof. Michael Isfort, Leiter der Studie.

 

Befragt wurden die Leistungskräfte auch zur Einschätzung aktueller Gesetzesvorhaben und zum Bürokratieabbau.

 

>> Zur Presserklärung des DIP vom 25.05.2018 (PDF)

 

>> Pflegethermometer 2018 | Mai 2018 | Hrg. Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (PDF)

 

Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung

Bundesregierung bestellt Andreas Westerfellhaus

 

29.04.18 Der langjährige Vorsitzende des Deutschen Pflegerates (DPR), Andreas Westerfellhaus, wurde in Nachfolge von Karl-Josef Laumann, zum neuen Pflegebeauftragten bestellt.

 

Er kündigte an, sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Pflegekräften und die Unterstützung von pflegenden Angehörigen zu engagieren und setzt sich für die Einführung von Pflegekammern ein.

 

>> Zur Presserklärung des Bundesministeriums für Gesundheit vom 17.04.2018 (Link)

Gesundheitsausschuss des Bundestages

Anträge zur Personalsituation in der Pflege

 

19.04.18 Gleich mit 2 Anträgen befasste sich der Gesundheitsausschuss des Bundestages in seiner gestrigen Sitzung. Sie wurden vom BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN  und der LINKEN eingebracht. Die in der Bundesarbeitsgemeinschaft freie Wohlfahrtspflege (BAGFW) kooperierenden Verbände unterstützen die Anträge weitgehend.

 

In den Anträgen werden Maßnahmen im Bereich der  Ausbildung, der Rückkehr von Teilzeit in Vollzeit, zum Wiedereinstieg und zur Weiterqualifizierung von Pflegehelfern zu Fachkräften gefordert.

 

Bei den LINKEN beinhaltet der Antrag auch Forderungen zum Mindestlohn in der Pflege in Höhe von 14,50 Euro/Stunde, einen bundeseinheitlichen verbindlichen Personalschlüssel im Tag- und Nachtdienst sowie die Streichung des Unternehmerrisikos.

Zur Finanzierung sollen die Mittel des Pflegevorsorgefonds genutzt werden.

 

In der Stellungnahme der BAGFW, die weitgehend positiv auf die Vorschläge reagiert, wird die Streichung des Unternehmerrisikos allerdings abgelehnt. Für eine kurz-, mittel- und langfristige Vorgehensweise werden in der Stellungnahme der BAGFW auch eigene Vorschläge formuliert.

 

>> Antrag Bündnis 90 / Die Grünen (PDF)  >> Antrag Die Linke (PDF)  >> Stellungnahme der BAGFW  (PDF) >> Bericht zur Sitzung | Auszug aus dem Newsletter "Heute im Bundestag" (PDF)

Apfel. Zukunft. Achtsamkeit. Führung 4.0

1. Paritätischer Gesundheitskongress in Kooperation mit der BGW

25.02.18 Gesundes Arbeiten und die zunehmende Digitalisierung auch im Bereich der Sozialwirtschaft, stehen im Mittelpunkt des Kongresses, der am 24.04.2018 in Heidelberg, stattfindet. Dabei werden erprobte Konzepte, innovative Ideen, gute Praxisbeispiele und Übungen vorgestellt.

Um diese und die folgenden Themen geht es bei dem Gesundheitskongress:

  • Erfolgsfaktor Betriebliches Gesundheitsmanagement
  • Gesunde Führung und Kultur
  • Psychische Belastungen erkennen und vermeiden
  • Unternehmen der Zukunft: Die Digitalisierung als Chance

>> Mehr Informationen und Anmeldung auf der Seite der Paritätischen Akademie Süd

Bestandsaufnahme

Rechte pflegebedürftiger Menschen

17.02.18 Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat einen neuen vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSJ) geförderten Report "Rechte pflegebedürftiger Menschen" veröffentlicht.

 

Der ZQP-Report "Rechte pflegebedürftiger Menschen" bietet eine Bestandsaufnahme aus Wissenschaft und Praxis zu Rechten pflegebedürftiger Menschen. In Fachbeiträgen und Experteninterviews werden aktuelle Entwicklungen aufgezeigt und diskutiert. Daneben werden die Ergebnisse einer ZQP-Befragung zur Pflege-Charta, Handlungshilfen für die Praxis sowie Initiativen vorgestellt, die sich den Rechten pflegebedürftiger Menschen widmen und weitere Impulse zu deren Umsetzung geben können.

 

Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) ist eine bundesweit tätige, operative und gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Berlin. Das ZQP wurde vom Verband der Privaten Krankenversicherung e. V. errichtet.

 

>> ZQP-Report "Rechte pflegebedürftiger Menschen" | 02-2018 | Hrg. Zentrum für Qualität in der Pflege (PDF)

 

>> Internetseite ZQP "Rechte pflegebedürftiger Menschen" (Link)

Paritätischer zur GroKo-Einigung in der Pflege

Geplante Verbesserungen bei weitem nicht ausreichend

01.02.18 Aus Sicht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands sind die von Union und SPD vereinbarten Verbesserungen bei der Pflege nicht annähernd ausreichend, um den Pflegenotstand wirksam zu beheben.

 

Die Verständigung auf die Einführung flächendeckender Tarifverträge sei unbedingt zu begrüßen, doch müsse dies konsequenterweise auch auf die Häusliche Krankenpflege ausgeweitet werden. Auf keinen Fall dürfe die Umsetzung mit einer finanziellen Mehrbelastung der Pflegebedürftigen einhergehen, warnt der Verband. Die angekündigten 8.000 neuen Stellen dürften, so der Paritätische, zudem nur ein Einstieg sein. Der Verband verlangt eine Vereinbarung auch dazu, wie und bis wann insgesamt 100.000 zusätzliche Pflegekräfte gewonnen und finanziert werden sollen.

 

>> zur kompletten Pressemeldung (Link)

EU-Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO)

PARITÄTISCHER unterstützt seine Mitgliedsorganisationen bei der Umsetzung

 

28.01.18 Der PARITÄTISCHE unterstützt mit zwei zentralen Informationsveranstaltungen in Mainz und Saarbrücken seine Mitglieder bei der Umsetzung der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung. Diese finden am 09. März in Mainz und am 10.04.2018 in Saarbrücken statt. Daneben gibt es entsprechende Weiterbildungsangebote der Paritätischen Akademie Südwest.

 

Die Einladung zu den Informationsveranstaltungen erfolgt mittels Rundschreiben an die Mitgliedsorganisationen.

 

>> Zu den Weiterbildungsangeboten

 

>> Fragebogen zur Umsetzung der DS-GVO zum 25. Mai 2018 – Bayerisches Landesamt für Datenschutzaufsicht

Neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff

Expertise und Präambel veröffentlicht

 

25.01.18 Die Präambel zur Expertise von Dr. Wingenfeld und Prof. Büscher „Strukturierung und Beschreibung pflegerischer Aufgaben auf der Grundlage des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs“ wurde vom Beirat beschlossen.

 

Der Link zu Expertise wurde in Pflegeinform schon im Dezember unter „Materialien“ eingestellt. Nunmehr ist auch die vom Beirat zur Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff beschlossene Präambel veröffentlicht.

 

>> Präambel und Expertise auf der Homepage des Bundesministeriums für Gesundheit (Link)

Paritätische Bewertung der Sondierungsgespräche

Notwendige Verbesserungen durchführen – Belastung der Pflegebedürftigen reduzieren!

 

23.01.18 Insbesondere die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, der Bezahlung sowie Sofortmaßnahmen für eine bessere Personalausstattung in der Pflege sind aus Sicht des PARITÄTISCHEN in der nächsten Legislaturperiode umzusetzen. Die vorgesehene Entlastung in der medizinischen Behandlungspflege wird begrüßt, aber für nicht ausreichend bewertet.

 

Die Bewertung des PARITÄTISCHEN im Einzelnen:

  • Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Bezahlung in der Alten- und Krankenpflege sowie Sofortmaßnahmen für eine bessere Personalausstattung: Diese dringend benötigten Verbesserungen dürfen nicht zu einer weiteren finanziellen Belastung der Pflegebedürftigen führen. Im Gegenteil, die Belastung muss bereits deutlich und schnell gesenkt werden. Die Pflegeversicherung soll grundsätzlich 85% der Kosten für pflegebedingte Aufwände ambulant und stationär übernehmen, so dass die Eigenanteilsquote in allen Pflegegraden 15% beträgt.  
  • Die Aussage, dass Tarifverträge für die Altenpflege flächendeckend zur Anwendung kommen sollen, muss auch für das SGB V gelten.
  • Eine Entlastung bei der medizinischen Behandlungspflege in Pflegeeinrichtungen mit 8000 geförderten Fachkraftstellen geht in die richtige Richtung. Es ist jedoch bei weitem zu wenig. Wir gehen von einem Kostenvolumen von derzeit ca. 3 Mrd. Euro für die medizinische Behandlungspflege in stationären Einrichtungen aus. 8000 Stellen entsprächen lediglich ca. 400 Mio Euro. Bei ca. 13.000 stationären Pflegeeinrichtungen entspricht das Stellenvolumen nur einem Anteil von 0,6 VZ pro Einrichtung. Zudem muss gewährleistet sein, dass zusätzlich geförderte Stellen nicht auf den bestehenden Personalkörper angerechnet werden dürfen und dass der Einsatz nicht zu einer weiteren Fragmentierung der Versorgung führt - etwa wie bei den zusätzlichen Betreuungskräften nach § 43b SGB XI.
  • Wir begrüßen, dass die jetzt in der Entwicklung befindlichen Personalbemessungsinstrumente nach § 113c SGB XI verbindlich eingeführt werden sollen. Für den Übergang fordern wir, dass die gegenwärtig höchstbemessenen Personalschlüssel deutschlandweit umgesetzt werden.
  • Zu einer Ausbildungsoffensive muss aus unserer Sicht gehören, dass eine Anschubfinanzierung für die Pflegeschulen zur Umsetzung der generalistischen Ausbildung verbindlich eingeführt wird und dass die Auszubildenden nicht mehr auf den Personalschlüssel angerechnet werden.
  • Eine "Konzertierte Aktion Pflege", welche die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Angeboten zur Entlastung für pflegende Angehörige (Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege, Tagespflege) zum Ziel hat, muss die Einführung eines flexibel in Anspruch zu nehmenden "Entlastungsbetrags" im Blick haben, der sich u.a. aus den Leistungsbeträgen dieser Stapelleistungen zusammensetzt. Unerwähnt bleibt bisher, dass auch die Pflegeberatung und die Schulung pflegender Angehörigen ausgebaut werden muss.

Gänzlich unbeachtet blieb im Sondierungsergebnis, dass weitere Maßnahmen zur Verwirklichung des neuen Pflegeverständnisses in den Einrichtungen erforderlich sind, dass es eine starke und handlungsfähige Kommune braucht, um im demografischen Wandel die Politik für ältere Menschen vor Ort wirkungsvoll weiterzuentwickeln und dass es der Gestaltung einer guten Digitalisierung in der Pflege bedarf, am besten, indem ein "Runder Tisch" dazu eingerichtet wird.

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