Bis zu 6.000 Euro Förderung für internationale Pflegefachkräfte
Das Saarland unterstützt Pflegeeinrichtungen künftig finanziell bei der Gewinnung internationaler Pflegefachkräfte. Ein neues Förderprogramm der Landesregierung sieht Zuschüsse für Rekrutierung, Sprachqualifizierung und Einreise vor. Details wurden in einem Webinar der Deutschen Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegeberufe (DeFa) vorgestellt.
Förderprogramm soll internationale Rekrutierung erleichtern
Um dem Fachkräftemangel in der Pflege zu begegnen, hat das Saarland im Rahmen der „KAP Saarland“ eine Förderrichtlinie zur internationalen Personalgewinnung aufgelegt. Pflegeeinrichtungen können damit künftig finanzielle Unterstützung bei der Rekrutierung internationaler Pflegefachkräfte erhalten.
Einrichtungen können für jede angeworbene Pflegefachkraft einen Zuschuss von bis zu 6.000 Euro erhalten; maximal werden 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben übernommen. Damit sollen insbesondere die hohen Anfangskosten für Sprachqualifizierung, Vermittlung und Einreise teilweise abgefedert werden.
Förderprogramm auf einen Blick
Ziel:
Unterstützung von Pflegeeinrichtungen bei der Anwerbung internationaler Pflegefachkräfte zur Sicherung der pflegerischen Versorgung im Saarland.
Wer kann Förderung erhalten?
Ambulante Pflegedienste und stationäre Pflegeeinrichtungen mit Zulassung nach SGB XI.
Herkunft der Fachkräfte:
Pflegefachkräfte aus EU-Drittstaaten.
Förderhöhe:
Bis zu
6.000 Euro pro angeworbener Pflegefachkraft, maximal
50 % der zuwendungsfähigen Ausgaben.
Förderfähige Kosten:
- Auswahl- und Vermittlungsleistungen
- Sprachqualifizierung
- Reise- und Einreisekosten
Wichtiger Hinweis:
Der Förderantrag muss
mindestens einen Monat vor Beginn der Maßnahme gestellt werden.
Webinar stellt Rekrutierungsmodell vor
Die Details des Förderprogramms wurden unter anderem in einem Webinar der Deutschen Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegeberufe (DeFa) vorgestellt. Dabei wurde ein Modell zur strukturierten internationalen Rekrutierung erläutert.
Die DeFa betreibt unter anderem einen Anwerbehub in Südindien mit Sprachschulen, Testzentren und vorbereitenden Qualifizierungsangeboten für Pflegekräfte. Ziel ist es, Anerkennungsverfahren, Sprachqualifikation und Einreise organisatorisch zu bündeln und Pflegeeinrichtungen bei der Integration der Fachkräfte zu unterstützen.
Einordnung aus der Praxis
In der Praxis wird die Rolle der DeFa in der Pflegebranche jedoch nicht ausschließlich positiv bewertet. Leitungskräfte aus Pflegeeinrichtungen haben zuletzt vereinzelt kritische Hinweise zur praktischen Umsetzung und zu organisatorischen Abläufen bei der internationalen Fachkräftegewinnung geäußert.
Vor diesem Hintergrund bleibt abzuwarten, welche Erfahrungen Einrichtungen künftig mit den neuen Fördermöglichkeiten im Saarland machen werden.
Weitere Regelungen geplant
Neben der bereits geltenden Anwerbeverordnung plant das saarländische Sozialministerium zudem den Erlass einer Integrationsverordnung, die weitere Rahmenbedingungen für die nachhaltige Integration internationaler Pflegekräfte schaffen soll.
Download
Präsentation DeFa-Webinar „Internationale Pflegefachkräfte für das Saarland“ >
Frühere Berichterstattung zu diesem Thema
Saarland fördert erstmals Anwerbung internationaler Pflegepersonen >
16. Januar 2026

