Hitzeschutz: Befragung zeigt Handlungsbedarf in sozialen Einrichtungen
Der Paritätische hat seine bundesweite Befragung zum Hitzesommer 2026 ausgewertet. Die Rückmeldungen aus knapp 2.900 sozialen Einrichtungen zeigen erhebliche Belastungen und konkretisieren den politischen und finanziellen Handlungsbedarf beim Hitzeschutz.
Pflegeinform hatte bereits über die Forderung des Paritätischen nach einer verbindlicheren Hitzevorsorge und die damals noch laufende Befragung sozialer Einrichtungen berichtet. Inzwischen liegen die Ergebnisse vor.
Die Rückmeldungen zeigen, dass hohe Temperaturen die Einrichtungen auf unterschiedlichen Ebenen belasten. Genannt werden unter anderem stark aufgeheizte Gebäude, gesundheitliche Belastungen von Mitarbeitenden sowie ein erhöhter Betreuungs- und Unterstützungsbedarf. Zugleich wird deutlich, dass organisatorische Maßnahmen allein bei länger anhaltenden Hitzeperioden vielfach nicht ausreichen.
Baulicher Hitzeschutz und Finanzierung im Fokus
Aus Sicht der Einrichtungen besteht insbesondere bei den baulichen und finanziellen Rahmenbedingungen Handlungsbedarf. Der Paritätische fordert, Hitzeschutz bei Neubauten konsequent mitzudenken und auch die Anpassung bestehender Gebäude zu ermöglichen.
Dazu gehören beispielsweise Verschattungsmaßnahmen, klimaangepasste Außenbereiche und – wo erforderlich – technische Kühlung. Für soziale Einrichtungen ist dabei entscheidend, dass notwendige Investitionen nicht allein aus den laufenden Mitteln finanziert werden müssen, sondern entsprechende Förder- und Refinanzierungsmöglichkeiten geschaffen werden.
Besondere Herausforderungen für Pflegeeinrichtungen
Die Auswertung macht zugleich fachliche Spannungsfelder sichtbar, die für Pflegeeinrichtungen von besonderer Bedeutung sind. Dazu gehören etwa die Abwägung zwischen Selbstbestimmung und Schutz vulnerabler Menschen sowie mögliche Zielkonflikte zwischen Hitze-, Arbeits-, Brand- und Gesundheitsschutz.
Auch für extreme Hitzesituationen werden verlässlichere Rahmenbedingungen gefordert. Einrichtungen benötigen klare Handlungsleitlinien und ausreichende personelle und finanzielle Ressourcen, um Versorgung und Schutz auch während länger anhaltender Hitzeperioden sicherzustellen.
Der Paritätische empfiehlt, die Erfahrungen des Sommers bereits jetzt auszuwerten und die kommenden Monate für die Vorbereitung auf künftige Hitzeperioden zu nutzen.
Weitere Informationen:
🔎 Weiterführende Informationen im Rechercheportal
Unter Klima & Energie finden Sie auf Pflegeinform weitere Informationen und Arbeitshilfen zu Klimaanpassung und Hitzeschutz.


