Hitzeschutz: Paritätischer fordert verbindliche Vorsorge
Der Paritätische Gesamtverband fordert angesichts der heute veröffentlichten RKI-Zahlen zu Hitzetoten und der Ergebnisse der Kabinettsklausur ein deutlich entschlosseneres politisches Handeln. Hitzeschutz müsse als öffentliche Aufgabe verstanden und dauerhaft finanziert werden. Für Pflegeeinrichtungen ist die Forderung von besonderer Bedeutung.
Der Paritätische Gesamtverband warnt erneut vor den gesundheitlichen Folgen zunehmender Hitzeperioden und fordert Bund, Länder und Kommunen auf, die Vorsorge deutlich auszubauen. Unter der Überschrift „Hitzetote: Vorsorge-Verweigerung endlich beenden“ macht der Verband deutlich, dass Schutzmaßnahmen nicht von den finanziellen Möglichkeiten einzelner Menschen oder Einrichtungen abhängig sein dürfen.
Gerade ältere, pflegebedürftige und gesundheitlich vorbelastete Menschen gehören zu den besonders gefährdeten Gruppen. Gleichzeitig stehen Pflegeeinrichtungen und andere soziale Dienste bei längeren Hitzeperioden vor erheblichen zusätzlichen Anforderungen: Gebäude müssen möglichst kühl gehalten, Bewohnerinnen und Bewohner beziehungsweise Pflegebedürftige besonders beobachtet und versorgt sowie Beschäftigte vor gesundheitlichen Belastungen geschützt werden.
Wie groß der Handlungsbedarf ist, hatte bereits eine bundesweite Befragung des Paritätischen unter 2.871 sozialen Einrichtungen und Diensten gezeigt. 82 Prozent der teilnehmenden Einrichtungen gaben an, von der Hitzewelle Ende Juni 2026 stark oder sehr stark betroffen gewesen zu sein. Besonders häufig wurden Erschöpfung und Kreislaufprobleme bei betreuten Menschen sowie erhebliche Belastungen der Gebäude und Beschäftigten genannt.
Aus Sicht des Paritätischen reichen deshalb Appelle an Einrichtungen und Bevölkerung nicht aus. Erforderlich sind verlässliche öffentliche Strukturen und eine Finanzierung von Maßnahmen wie Kühltechnik, Verschattung, Gebäudesanierung und zusätzlichen personellen Ressourcen. Bereits im Juli hatte der Verband ein bundesweites Sofortprogramm und einen Hitzenotfallfonds gefordert.
Für die Pflege ist diese Diskussion von besonderer Bedeutung. Einrichtungen können und müssen organisatorische Vorkehrungen für Hitzeperioden treffen. Die notwendigen baulichen, technischen und personellen Voraussetzungen können jedoch nicht allein auf Einrichtungsebene geschaffen und finanziert werden. Wirksamer Hitzeschutz braucht deshalb neben entsprechenden Konzepten in den Einrichtungen auch geeignete gesetzliche und finanzielle Rahmenbedingungen.
Quelle und weitere Informationen:
Paritätischer Gesamtverband: „Hitzetote: Vorsorge-Verweigerung endlich beenden“
RKI | Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität
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