Hitzeschutz: Pflege braucht mehr Unterstützung

15. August 2026

Die hohen Temperaturen haben die Diskussion über einen besseren Hitzeschutz erneut verstärkt. Im Mittelpunkt stehen insbesondere ältere, pflegebedürftige und chronisch kranke Menschen. Verbände und Fachinstitutionen weisen auf die gesundheitlichen Risiken hin und fordern zugleich bessere Rahmenbedingungen, damit Pflegeeinrichtungen und -dienste die notwendigen Schutzmaßnahmen umsetzen können.


Wie ernst die gesundheitlichen Folgen von Hitze sind, zeigen die laufenden Auswertungen des Robert Koch-Instituts (RKI). Besonders gefährdet sind ältere Menschen sowie Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen oder Pflegebedarf. Längere Hitzeperioden können bestehende Erkrankungen verschärfen und zu einer erhöhten Sterblichkeit führen.


Pflegeeinrichtungen tragen besondere Verantwortung


Pflegeeinrichtungen und ambulante Dienste müssen sich auf zunehmende Hitzeperioden einstellen. Bewohnerinnen und Bewohner sowie Pflegebedürftige müssen geschützt, Arbeitsabläufe angepasst und zugleich die gesundheitlichen Belastungen der Beschäftigten berücksichtigt werden.


Wie groß der Handlungsdruck inzwischen ist, zeigte bereits eine bundesweite Befragung des Paritätischen Gesamtverbandes im Juli. 82 Prozent der befragten sozialen Einrichtungen und Dienste berichteten von starken oder sehr starken Belastungen durch die vorausgegangene Hitzewelle. Genannt wurden unter anderem überhitzte Gebäude, gesundheitliche Belastungen und zusätzliche organisatorische Anforderungen.


Auch andere Verbände und Organisationen weisen darauf hin, dass insbesondere Einrichtungen der Altenpflege vor erheblichen Herausforderungen stehen. Neben dem Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner geht es dabei auch um geeignete Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten.


Hitzeschutz ist mehr als eine organisatorische Aufgabe


Für die Pflege liegen inzwischen konkrete fachliche Grundlagen vor. Die bundeseinheitliche Empfehlung des Qualitätsausschusses Pflege sieht Hitzeschutzpläne für Pflegeeinrichtungen und -dienste vor. Dazu gehören beispielsweise die Nutzung der Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes, organisatorische Vorbereitungen, die besondere Beobachtung gefährdeter Pflegebedürftiger sowie angepasste Abläufe während Hitzeperioden.


Viele Maßnahmen können Einrichtungen unmittelbar selbst umsetzen. Die Möglichkeiten stoßen jedoch dort an Grenzen, wo bauliche oder technische Veränderungen erforderlich werden. Außenliegende Verschattung, wirksamer sommerlicher Wärmeschutz, geeignete Lüftungs- und Kühlungssysteme oder die Anpassung von Gebäuden sind mit Investitionen und teilweise auch höheren laufenden Kosten verbunden.


Gerade in einem hoch regulierten und weitgehend refinanzierten Versorgungssystem können diese Kosten nicht ohne Weiteres von den Einrichtungen selbst getragen werden.


Finanzierung und Rahmenbedingungen rücken in den Mittelpunkt


Damit wird Hitzeschutz zunehmend auch zu einer Frage der strukturellen und finanziellen Rahmenbedingungen. Verbände fordern deshalb seit Längerem, Klimaanpassung und Hitzeschutz in sozialen Einrichtungen verlässlich zu finanzieren und geeignete Fördermöglichkeiten zu schaffen.


Auch die aktuelle politische Diskussion greift diese Frage auf. Auf Bundesebene wird darüber diskutiert, Klimaanpassung stärker als gemeinsame Aufgabe von Bund und Ländern zu verankern. In Rheinland-Pfalz werden aktuell zusätzliche finanzielle Hilfen für kurzfristige Hitzeschutzmaßnahmen unter anderem in Pflegeeinrichtungen gefordert.


Für die Pflege zeichnet sich damit immer deutlicher ab: Hitzeschutz entwickelt sich von einer saisonalen Vorsorgemaßnahme zu einer dauerhaften Aufgabe. Damit Einrichtungen diese Aufgabe bewältigen können, braucht es neben geeigneten organisatorischen Maßnahmen auch verlässliche gesetzliche, finanzielle und strukturelle Rahmenbedingungen.


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