Pflegeausbildung im Saarland: Engpässe bei Praxiseinsätzen
In der generalistischen Pflegeausbildung im Saarland zeichnen sich erhebliche Engpässe bei den verpflichtenden Praxiseinsätzen in Krankenhäusern ab.
Nach einer Erhebung der Koordinierungsstelle Pflegeausbildung sind derzeit 92 bis 97 Auszubildende von fehlenden Einsatzmöglichkeiten in der stationären Akutpflege betroffen. Die Schwierigkeiten betreffen mehrere Pflegeschulen und könnten sich mit Beginn des Ausbildungsjahres 2026/2027 weiter verschärfen.
Dies geht aus einem Gesprächsvermerk der Saarländischen Pflegegesellschaft (SPG) über eine Videokonferenz am 22. Oktober 2026 hervor. An dem Gespräch nahmen Vertreter des zuständigen Landesministeriums, der Saarländischen Krankenhausgesellschaft (SKG), der Pflegeschulen und der Koordinierungsstelle Pflegeausbildung teil.
Krankenhäuser können zusätzliche Einsätze kaum gewährleisten
Nach Angaben der Krankenhausseite sind insbesondere wirtschaftliche Schwierigkeiten und laufende Umstrukturierungen dafür verantwortlich, dass Krankenhäuser derzeit nur eingeschränkt Plätze für externe Praxiseinsätze anbieten können.
Hinzu kommen begrenzte Kapazitäten bei den Praxisanleitungen. Diese werden vorrangig für die eigenen Auszubildenden eingesetzt. Auch die im Jahresverlauf schwankende Auslastung erschwert die Planung zusätzlicher Einsätze.
Teilweise können fehlende Einsatzplätze durch andere Krankenhäuser ausgeglichen werden. Allerdings sind diese häufig weit von den Ausbildungsbetrieben entfernt, sodass längere Anfahrtswege für die Auszubildenden entstehen. Zusätzlich verschärft die gestiegene Zahl von Ausbildungsverträgen in der Altenhilfe die Situation.
Auswirkungen auf die Pflegeeinrichtungen
Für ambulante Pflegedienste und stationäre Pflegeeinrichtungen hat die Entwicklung unmittelbare Bedeutung. Als Träger der praktischen Ausbildung sind sie darauf angewiesen, dass ihre Auszubildenden sämtliche vorgeschriebenen Pflichteinsätze absolvieren können.
Fehlende Einsatzplätze in Krankenhäusern können daher die Ausbildungsplanung erheblich erschweren und im ungünstigsten Fall den ordnungsgemäßen Ausbildungsverlauf gefährden.
Weitere Gespräche auf politischer Ebene vorgesehen.
Das saarländische Ministerium verwies darauf, dass der aktuelle Krankenhausplan vier zusätzliche Ausbildungsplätze vorsieht. Zudem könnten die Planzahlen für Krankenhaus-Ausbildungsplätze überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.
SPG und SKG haben angeregt, die Problematik auf politischer Ebene weiterzuverfolgen. Vorgesehen ist ein Runder Tisch unter Beteiligung der relevanten Akteure, um Lösungsmöglichkeiten für die Engpässe bei den externen Praxiseinsätzen zu erörtern.
Zur Vorbereitung soll die Koordinierungsstelle Pflegeausbildung ihre bisherigen Erhebungsdaten aktualisieren und weiter konkretisieren.


