Zoll-Razzia in der Pflegebranche: Zwei Festnahmen im Saarland und in Frankreich

22. Juni 2026

Bei einer grenzüberschreitenden Razzia des Zolls im Saarland und im benachbarten Frankreich sind zwei Personen aus der Pflegebranche festgenommen worden. Die Ermittlungen richten sich gegen eine 46-jährige Frau und einen 59-jährigen Mann, die nach Angaben der Staatsanwaltschaft Saarbrücken und des Hauptzollamts Saarbrücken überwiegend osteuropäische Betreuungskräfte für die häusliche Pflege vermittelt haben sollen.


Verdacht auf Sozialversicherungsbetrug


Den Beschuldigten wird vorgeworfen, Pflegekräfte eingesetzt zu haben, deren tatsächliche Arbeitszeiten deutlich über den offiziell gemeldeten Zeiten lagen. Die Ermittlungen erfolgen wegen des Verdachts des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt. Gegen beide Personen lagen Europäische Haftbefehle vor, die im Rahmen der Durchsuchungen vollstreckt wurden.


An den Maßnahmen waren insgesamt 52 Einsatzkräfte der französischen Gendarmerie, der Staatsanwaltschaft Saarbrücken sowie der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Saarbrücken beteiligt. Bei den Durchsuchungen wurden umfangreiche Beweismittel sichergestellt, die nun ausgewertet werden.


Graubereich der sogenannten 24-Stunden-Betreuung


Der Fall lenkt erneut die Aufmerksamkeit auf die Beschäftigung ausländischer Betreuungskräfte in Privathaushalten. Fachleute weisen seit Jahren darauf hin, dass insbesondere bei der sogenannten 24-Stunden-Betreuung rechtliche Vorgaben zu Arbeitszeiten und Sozialversicherungspflichten häufig schwer einzuhalten sind. Die nun laufenden Ermittlungen sollen klären, ob in diesem Zusammenhang Sozialversicherungsbeiträge vorenthalten wurden

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Quelle:
SR: Grenzüberschreitende Razzia in der Pflegebranche im Saarland >