Pflegestrukturkommission: DBfK fordert grundlegende Reformen

15. Oktober 2026

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) hat anlässlich der Einsetzung der Pflegestrukturkommission durch das Bundesgesundheitsministerium ein Positionspapier mit sieben zentralen Forderungen veröffentlicht. Der Verband warnt davor, die Reformdiskussion auf Finanzierungsfragen zu beschränken. Notwendig sei vielmehr ein grundlegender Umbau der Versorgungsstrukturen, der die Kompetenzen professioneller Pflege stärker nutzt.


Die sieben Kernforderungen des DBfK:


  • Berufliche Eigenständigkeit stärken: Eigenständiges Leistungs- und Verordnungsrecht für Pflegefachpersonen.
  • Erweiterte Pflegekompetenzen nutzen: Advanced Practice Nursing (APN) und Community Health Nursing (CHN) als eigenständige Versorgungsangebote etablieren.
  • Finanzierung und Versorgung gemeinsam reformieren: Pflegefachpersonen sollen mehr Verantwortung für die Steuerung von Versorgungsprozessen übernehmen.
  • Sektorengrenzen überwinden: Leistungen nach SGB V und SGB XI stärker miteinander verzahnen.
  • Digitalisierung voranbringen: Vollständiger Zugang zur elektronischen Patientenakte, abrechenbare Telepflege und gesicherte Finanzierung digitaler Anwendungen.
  • Fachkräfte sichern: Verbindliche Personalbemessung, qualifizierte Praxisanleitung und faire Anerkennungsverfahren.
  • Pflegende Angehörige entlasten: Einführung eines flexiblen, sektorübergreifenden Entlastungsbudgets.


DBfK-Präsidentin Vera Lux betont, dass eine zukunftsfähige Pflegeversicherung nicht allein durch eine Neuverteilung finanzieller Mittel erreicht werden könne. Entscheidend seien eigenständige pflegerische Handlungsspielräume und eine bedarfsgerechte Steuerung der Versorgung.


Mit dem Positionspapier bringt der Berufsverband seine pflegefachliche Perspektive in die beginnenden Beratungen der Pflegestrukturkommission ein.


Quelle:


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