IGES-Studie zur Arbeitsorganisation in der ambulanten Pflege
Eine umfassende Bestandsaufnahme des IGES Instituts zeigt, wie ambulante Pflegedienste in Deutschland ihre Arbeit organisieren und welche Entwicklungsmöglichkeiten bestehen. Untersucht wurden unter anderem Personalplanung, Arbeitszeitmodelle, selbstorganisierte Teams und der Einsatz digitaler Technologien.
Die Untersuchung wurde im Rahmen des Modellprogramms nach § 8 Abs. 3b SGB XI im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes durchgeführt. Grundlage sind unter anderem eine bundesweite Online-Befragung von mehr als 1.000 Führungs- und Leitungskräften ambulanter Pflegedienste, Interviews sowie weitere wissenschaftliche Analysen. Der Abschlussbericht umfasst mehr als 200 Seiten.
Vielfältige Organisationsformen und innovative Ansätze
Die Studie zeichnet insgesamt ein positives Bild der Arbeitsorganisation in der ambulanten Pflege. Viele Dienste nutzen bereits vorhandene Gestaltungsspielräume, beispielsweise durch flexible Arbeitszeiten, selbstorganisierte Teams und innovative Formen der Zusammenarbeit.
Gleichzeitig bestehen erhebliche Herausforderungen durch Fachkräftemangel, bürokratische Belastungen und wirtschaftlichen Druck. Insbesondere die Versorgung im ländlichen Raum und die Digitalisierung stellen die Einrichtungen vor zusätzliche Aufgaben.
Ein zentrales Ergebnis: Aufgrund der unterschiedlichen regionalen und betrieblichen Rahmenbedingungen gibt es keine einheitliche Organisationslösung für alle ambulanten Pflegedienste.
Kompetenzorientierter Personaleinsatz bietet Potenziale
Besondere Entwicklungsmöglichkeiten sieht die Untersuchung in einer qualifikations- und kompetenzorientierten Aufgabenverteilung. Dabei sollen Beschäftigte unterschiedlicher Qualifikationsstufen – von hauswirtschaftlichen Kräften bis zu akademisch qualifizierten Pflegefachpersonen – entsprechend ihren jeweiligen Kompetenzen eingesetzt werden.
Auch größere Entscheidungsspielräume für Mitarbeitende und eine stärkere regionale Vernetzung können dazu beitragen, Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Attraktivität ambulanter Pflege zu erhöhen.
Praxisbeispiele für Leitungskräfte
Für Verantwortliche ambulanter Pflegedienste bietet der Abschlussbericht konkrete Anregungen zur Weiterentwicklung der eigenen Arbeitsorganisation. Ein eigenes Kapitel stellt Beispiele guter Praxis vor, unter anderem zu selbstorganisierten Teams, Vergütungsmodellen und Digitalisierung.
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