Anforderungen der Wohlfahrtsverbände: Klimaschutzprogramm muss soziale Träger mitdenken

6. Februar 2026

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) fordert von der Bundesregierung ein deutlich ambitionierteres Klimaschutzprogramm – mit verlässlichen Rahmenbedingungen und Finanzierung, damit soziale Einrichtungen (z. B. Pflegeheime, Kitas, besondere Wohnformen) Klimaschutzmaßnahmen umsetzen können, ohne dass Leistungen oder Teilhabe darunter leiden. Zentral sind aus BAGFW-Sicht u. a. niedrigere Stromkosten (wichtig für Elektrifizierung/Wärmepumpen), gezielte Förderprogramme für Sozialimmobilien, sozial gerechte Ausgleichsmechanismen und praxistaugliche Regeln, die Investitionen in PV, Sanierung, Mobilität und Verpflegung refinanzierbar machen.


Kurze Zusammenfassung


In ihrer Stellungnahme (Berlin, 13.01.2026) macht die BAGFW deutlich: Die Jahre 2030–2040 seien entscheidend, um Klimaneutralität bis 2045 abzusichern – der Umbau müsse aber sozialverträglich gestaltet werden, weil vulnerable Gruppen stärker unter Klimafolgen und steigenden Kosten leiden.


Kernforderungen mit Blick auf Pflege & soziale Infrastruktur:


  • Energiewirtschaft: Dauerhafte Absenkung der Stromsteuer (u. a. für günstigere Wärmepumpen-Betriebskosten), Fernwärme schneller dekarbonisieren, Preisaufsicht/Transparenz stärken, Ausbau erneuerbarer Energien konsequent fortsetzen.
  • Sozialimmobilien & Gebäude: Eigenes Förderprogramm für soziale Träger; Einsparungen aus Sanierungen/PV sollen in den Einrichtungen verbleiben und nicht automatisch zu gekürzten Pflegesätzen/Erstattungen führen. Für PV auf Sozialimmobilien fordert die BAGFW zudem Regeln, die Gemeinnützigkeit nicht gefährden und Investitionen erleichtern.
  • Wärmewende im Mietbereich: CO₂-Kosten stärker bei Vermietenden verankern (Gebäudezustand/Heiztechnik liegen maßgeblich in deren Verantwortung).
  • Mobilität in der Wohlfahrt: Passgenaue Förderung für dezentrale Fuhrparks (z. B. ambulante Dienste), Ladeinfrastruktur und Flottenumstellung; außerdem langfristige Absicherung des Deutschlandtickets inkl. „Deutschlandticket sozial“.
  • Ernährung & Abfallvermeidung: Klimapotenzial der Gemeinschaftsverpflegung heben – u. a. mit Beratung/Prozessbegleitung und Refinanzierung; Lebensmittelverschwendung senken, Spenden erleichtern. Bezug u. a. auf Empfehlungen der Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE).
  • Soziale Flankierung & CO₂-Bepreisung: Förderprogramme sozial staffeln (Eigenanteile realistisch, keine Anrechnung auf Sozialleistungen, Bürokratie minimieren); CO₂-Preis nur im Paket mit fairen Ausgleichen wirksam und gerecht.
  • Kommunen stärken: BAGFW regt eine Gemeinschaftsaufgabe „Klimaschutz“ an, um Kommunen dauerhaft finanziell zu stabilisieren und die Umsetzung zu beschleunigen.


Quelle: BAGFW >
Dokument (PDF):
Stellungnahme der BAGFW >


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