Ausbildung in der Heilerziehungspflege im Saarland wird weiterentwickelt

19. Januar 2026

Das saarländische Sozialministerium hat gemeinsam mit den privaten Fachschulen für Heilerziehungspflege neue Qualifizierungs- und Nachqualifizierungswege vereinbart. Ziel ist es, die Ausbildung attraktiver zu gestalten, Fachkräfte zu sichern und Beschäftigten in der Eingliederungshilfe neue Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen.


Attraktivere Ausbildung und neue Perspektiven für Beschäftigte


Das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit hat gemeinsam mit den drei privaten saarländischen Fachschulen für Heilerziehungspflege wichtige Verbesserungen für die Ausbildung sowie für Beschäftigte in der Eingliederungshilfe auf den Weg gebracht.


Sozialminister Magnus Jung betonte, dass Heilerziehungspflegerinnen und -pfleger täglich eine unverzichtbare gesellschaftliche Aufgabe übernehmen. Ziel der Landesregierung sei es, den Ausbildungsberuf attraktiver zu gestalten und zugleich auch berufserfahrenen Kräften neue Möglichkeiten zur Weiter- und Nachqualifizierung zu eröffnen.


Zwei neue Qualifizierungswege


Mit den Fachschulen wurden bereits im Jahr 2025 entsprechende Vereinbarungen geschlossen. Diese sehen unter anderem folgende Neuerungen vor:


1. Behandlungspflege als fester Bestandteil der Ausbildung
Der Themenbereich Behandlungspflege wird künftig verbindlich in der Ausbildung verankert. Zudem erhalten bereits berufserfahrene Heilerziehungspflegerinnen und -pfleger die Möglichkeit einer freiwilligen Nachqualifizierung. Diese befähigt sie unter anderem zum Einsatz als Fachkraft im Nachtdienst.


2. Weiterqualifizierung bisheriger Nicht-Fachkräfte
Beschäftigte, die bislang nicht als Fachkraft anerkannt sind, können durch eine 700-stündige Qualifizierungsmaßnahme künftig als Fachkraft eingesetzt und entsprechend vergütet werden. Voraussetzung sind eine einschlägige Berufsausbildung von mindestens 23 Monaten sowie mindestens zwei Jahre Berufserfahrung in der Betreuung und Förderung von Menschen mit Behinderung.

Nach Angaben des Ministers sollen die neuen Qualifizierungswege Einrichtungen und Dienste der Eingliederungshilfe bei der Fachkräftesuche entlasten und zugleich neue berufliche Entwicklungschancen eröffnen.


Träger der Fachschulen


Träger der beteiligten Fachschulen für Heilerziehungspflege sind:


  • Lebenshilfe Landesverband Saarland e. V.
  • Schwesternverband Pflege und Assistenz gGmbH
  • SHG Bildung gGmbH


Hintergrund


In Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium wurden in den vergangenen Jahren bereits mehrere Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung der Ausbildung in der Heilerziehungspflege umgesetzt. So ist seit dem Schuljahr 2023/2024 eine Erstausbildung über den Bildungsgang Sozialassistenz mit Schwerpunkt Heilerziehungspflege möglich. Darüber hinaus kann die Ausbildung zur anerkannten Heilerziehungspflegerin bzw. zum anerkannten Heilerziehungspfleger inzwischen flächendeckend sowohl vollschulisch als auch praxisintegriert absolviert werden – inklusive Vergütung und begleitender Praxiserfahrung.


Quelle:
Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit Saarland –
Medieninfo vom  19.01.2026 >

Teilen