Berliner Stromausfall: Warnsignal für die Pflege

8. Januar 2026

Der großflächige Stromausfall im Südwesten Berlins hat Anfang Januar erneut deutlich gemacht, wie verletzlich die kritische Infrastruktur in Deutschland ist – insbesondere im Gesundheits- und Pflegesystem. Pflege- und Gesundheitseinrichtungen waren nur eingeschränkt vorbereitet, schwerwiegende Zwischenfälle konnten vielerorts nur durch das außergewöhnliche Engagement der Beschäftigten verhindert werden.


Der Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) fordert vor diesem Hintergrund eine konsequente Einbindung von Pflegefachpersonen in die Krisen- und Katastrophenvorsorge. Vera Lux, Präsidentin des DBfK, betont, dass Pflegefachpersonen unter extremen Bedingungen Verantwortung übernommen und die Versorgung sichergestellt hätten – häufig improvisierend, da Pflege strukturell bislang nicht ausreichend in Krisen- und Katastrophenpläne eingebunden sei.


Aus Sicht des Verbandes ist klar: Pflegefachpersonen müssen systematisch auf Krisensituationen vorbereitet werden. Dazu zählen belastbare Notfall- und Blackout-Pläne, regelmäßige Schulungen und Übungen, ausreichende Vorräte an Medikamenten, Verbrauchsmaterialien und Nahrung sowie Kompetenzen im ressourcenschonenden Arbeiten. Ebenso notwendig sind stromunabhängige Kommunikationswege, klare Zuständigkeiten und Befehlsketten sowie eine enge interprofessionelle Zusammenarbeit mit weiteren Gesundheitsberufen und dem Katastrophenschutz.


Zugleich verweist der DBfK auf strukturelle Defizite: Pflege- und Gesundheitseinrichtungen benötigen verlässliche finanzielle und organisatorische Rahmenbedingungen, um sich angemessen auf Extremereignisse vorbereiten zu können. Die Kompetenzen von Pflegefachpersonen müssten dabei von Beginn an mitgedacht werden – ohne die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen sei eine resiliente Krisenvorsorge nicht möglich.


Mit Blick auf internationale Erfahrungen sieht der DBfK in der jüngst beschlossenen Erweiterung pflegerischer Kompetenzen einen wichtigen Schritt. Die Regelungen des Gesetzes zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege (BEEP), das Anfang 2026 in Kraft getreten ist, können dazu beitragen, dass Pflegefachpersonen im Krisenfall wirksam und selbstbestimmt handeln. Der Stromausfall in Berlin sei daher ein weiteres Warnsignal, das entschlossenes Handeln erforderlich mache.




Quelle: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) >

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