Modellprojekt „Ausbildungslotsen“ stärkt Pflegeausbildung im Saarland

8. Januar 2026

Das Modellprojekt „Ausbildungslotsen“ setzt gezielt bei einer zentralen Herausforderung der Pflege an: der erfolgreichen Begleitung von Auszubildenden in einem anspruchsvollen und belastenden Ausbildungsalltag. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des zunehmenden Fachkräftemangels sollen angehende Pflegefachpersonen frühzeitig unterstützt und Ausbildungsabbrüche reduziert werden.


Insbesondere die Verbindung von theoretischem Wissen und praktischer Anwendung stellt für viele Auszubildende eine hohe Hürde dar. Der dynamische und häufig stressbehaftete Pflegealltag, organisatorische Anforderungen sowie persönliche Belastungen können zusätzlich zu Unsicherheiten führen und die Ausbildungszufriedenheit beeinträchtigen.


Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, hat das zuständige Ministerium ein zeitlich befristetes Modellprojekt zur Einführung sogenannter Ausbildungslotsen gestartet. Für die Jahre 2025 und 2026 stehen jährlich rund 980.000 Euro für Personal- und Sachkosten zur Verfügung. Die Ausbildungslotsen begleiten Auszubildende über die gesamte Ausbildungsdauer hinweg und bieten individuelle Unterstützung – etwa bei fachlichen Fragen, Verständnisproblemen, organisatorischen Anliegen oder persönlichen Herausforderungen.


Darüber hinaus übernehmen die Ausbildungslotsen eine wichtige Schnittstellenfunktion zwischen Auszubildenden, Pflegeschulen, Praxiseinrichtungen und dem Jobcenter. Den Pflegeschulen wird dabei bewusst ein Gestaltungsspielraum eingeräumt, um standortspezifische Bedarfe zu berücksichtigen und passgenaue Unterstützungsangebote zu entwickeln. Je nach Größe der Ausbildungseinrichtung kommen ein bis drei Ausbildungslotsen zum Einsatz.


Aktuell sind bereits 17 Ausbildungslotsen an 9 von insgesamt 14 Pflegeschulen tätig. Für das Jahr 2026 ist eine Ausweitung des Projekts auf weitere Schulen vorgesehen. Eine begleitende Evaluation soll klären, inwieweit das Modell den erfolgreichen Abschluss der Pflegeausbildung fördert und ob eine dauerhafte Verstetigung sinnvoll ist. Erste Rückmeldungen aus den Pflegeschulen deuten bereits auf einen hohen Bedarf und eine spürbare Entlastung für Auszubildende hin.


Kurz zusammengefasst

Das Modellprojekt „Ausbildungslotsen“ unterstützt Pflegeauszubildende individuell und vernetzt Pflegeschulen, Praxis und Jobcenter. Ziel ist es, Ausbildungsabbrüche zu reduzieren und Fachkräfte langfristig zu sichern.



Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit | Landesregierung >

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