Pflege-Eigenanteile steigen weiter – auch in Rheinland-Pfalz und im Saarland

23. Januar 2026

Die finanziellen Belastungen für Pflegebedürftige in stationären Einrichtungen steigen weiter. Neue Auswertungen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigen: Auch in Rheinland-Pfalz und im Saarland liegen die monatlichen Eigenanteile auf hohem Niveau – mit weiter steigender Tendenz.


Deutlich steigende Eigenanteile – regionale Unterschiede bleiben groß


Pflegebedürftige in stationären Einrichtungen müssen weiterhin tief in die eigene Tasche greifen. Nach aktuellen Berechnungen des Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO) sind die pflegebedingten Eigenanteile (EEE) bundesweit erneut gestiegen. Die beigefügte Infografik verdeutlicht, dass sich die Belastungen regional deutlich unterscheiden – zugleich aber insgesamt ein hohes Niveau erreicht haben.


Auch Rheinland-Pfalz und das Saarland zählen zu den Bundesländern, in denen Pflegebedürftige monatlich hohe Eigenanteile tragen müssen. Trotz gesetzlicher Leistungszuschläge nach § 43c SGB XI bleibt der finanzielle Druck auf viele Betroffene erheblich. Für zahlreiche Pflegebedürftige reicht die Rente nicht aus, um die laufenden Kosten dauerhaft zu decken – mit der Folge, dass immer häufiger Sozialhilfe in Anspruch genommen werden muss.


Paritätischer fordert grundlegenden Systemwechsel


Angesichts dieser Entwicklung fordert der Paritätische Gesamtverband ein entschiedenes politisches Umsteuern. Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Rock erklärt:

„Die wachsenden Belastungen für Pflegebedürftige müssen endlich gestoppt werden! Für immer mehr Menschen wird Pflegebedürftigkeit zur Armutsfalle. Die solidarische Pflegevollversicherung liegt als Lösung längst auf dem Tisch. Doch statt entschlossen zu handeln, setzen Bundesregierung und Länder mit dem sogenannten Zukunftspakt Pflege auf Stückwerk und halbgare Ankündigungen. Jetzt braucht es einen Neustart – einen Startschuss für eine echte Reform und den überfälligen Systemwechsel in der Pflege.“

Der Verband kritisiert insbesondere, dass die bisherigen Reformschritte die strukturellen Finanzierungsprobleme der Pflegeversicherung nicht lösen. Ohne eine grundlegende Neuausrichtung drohe die soziale Spaltung weiter zuzunehmen – auch in den Flächenländern Rheinland-Pfalz und Saarland.


Einordnung für Pflegeeinrichtungen und Träger


Für Pflegeeinrichtungen und Träger bedeutet die Entwicklung wachsende Unsicherheit: Steigende Eigenanteile erhöhen nicht nur den Beratungsbedarf, sondern verschärfen auch die Diskussionen mit Angehörigen, Sozialhilfeträgern und Kommunen. Gleichzeitig geraten Einrichtungen zunehmend zwischen Kostendruck, Personalengpässen und gesellschaftlichen Erwartungen an eine bezahlbare Pflege.


Weitere Informationen und Infografiken:  Wissenschaftliches Institut der AOK | Pressemitteilung vom 22.01.26 >

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