Pflegeinfrastrukturbericht ersetzt künftig Landespflegeplan im Saarland
Im Saarland wird der bisherige Landespflegeplan künftig durch einen Pflegeinfrastrukturbericht ersetzt. Das Sozialministerium folgt damit einer Empfehlung des Landespflegeausschusses und beauftragt die Saarländische Pflegegesellschaft (SPG) mit der fortlaufenden Datenerhebung und Beobachtung der pflegerischen Infrastruktur.
Neuer Ansatz in der Pflegeplanung
Bereits im Herbst 2022 hatte die Landesregierung angekündigt, den bisherigen Landespflegeplan nicht fortzuschreiben und stattdessen einen Pflegeinfrastrukturbericht einzuführen. Grundlage hierfür war ein Gutachten zur pflegerischen Infrastruktur im Saarland, das vom Deutschen Institut für Pflegeforschung (DIP) erstellt wurde. Die bisherige Landespflegeplanung ging weitgehend in diesem Gutachten auf.
Kritik an veralteter Datengrundlage
Im Rahmen der Arbeitsgruppe „Pflegeinfrastruktur“ des Landespflegeausschusses wurde insbesondere kritisiert, dass viele der vom DIP erhobenen Sekundärdaten auf der Pflegestatistik des Jahres 2021 basieren und damit bereits bei Veröffentlichung des Berichts nicht mehr aktuell waren. Vor diesem Hintergrund setzte sich die SPG dafür ein, eine regelmäßige Aktualisierung der Daten sicherzustellen.
SPG übernimmt zentrale Rolle
Nach einer einstimmigen Empfehlung des Landespflegeausschusses im Juli 2025 hat das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit die SPG nun offiziell mit der kontinuierlichen Beobachtung der Entwicklung sowie der Erhebung von Daten zur pflegerischen Infrastruktur beauftragt. Dabei sollen neben bestehenden Datenquellen auch weitere Akteure wie Pflege- und Krankenkassen sowie das Landesamt für Soziales einbezogen werden.
Für das Projekt stellt die Landesregierung ein Budget von 100.000 Euro zur Verfügung. Künftig sollen planungsrelevante Daten nicht nur auf Landes-, sondern auch auf kommunaler Ebene erhoben werden.
Weitere Schritte und Zeitplan
SPG und Ministerium verständigten sich darauf, die benötigten Kennzahlen jeweils unabhängig voneinander zu definieren und zu priorisieren. Zusätzlich wird ein Begleitgremium eingerichtet, in dem unter anderem Pflegekassen, Krankenkassen und kommunale Akteure vertreten sind.
Die nächste Sitzung der Arbeitsgruppe „Pflegeinfrastrukturplanung“ ist für den 3. Februar 2026 vorgesehen. Der erste Pflegeinfrastrukturbericht soll nach Angaben des Ministeriums noch im ersten Quartal 2026 vorgelegt werden.
Quelle:
Der Paritätische Rheinland-Pfalz | Saarland – Fachinformation „Pflegeinfrastrukturbericht ersetzt künftig den bisherigen Landespflegeplan“, 22.01.2026

